Die Renaissance der Armbanduhren mit Tachymeter

Armbanduhren sind die Blickpunkte einer jeden Konversation. Mit einer unterschwelligen Ausstrahlungskraft können sie zu einem Bekenntnis der eigenen Persönlichkeit und des Selbstverständnisses des Trägers werden. Genauso groß wie die Anzahl der Charaktereigenschaften auf der Welt, genauso groß ist auch die Auswahl an Armbanduhren. Ein Modell sticht dabei in den letzten Jahren besonders heraus. Die Armbanduhr mit Tachymeter.

Die Tachymeter stellen dabei nicht nur ein Dekorationselement auf der Lünette oder dem äußeren Ziffernblatt dar, sondern haben auch eine Funktion, die viele Käufer der Uhren nicht kennen. Dabei hat das Tachymeter eine lange Tradition. Das Wort Tachymeter kommt aus der griechischen Sprache und setzt sich aus tachýs "schnell" und métron "Maß" zusammen. Wie diese beiden Wörter schon verraten, hat das Tachymeter etwas mit der Geschwindigkeit zu tun. Und genau dafür wurde es auch erfunden. Mit dem Tachymeter soll man anhand einer bekannten Streckenlänge und einer Skala die Geschwindigkeit abschätzen können. Ein Tachymeter besteht meist aus drei Zierringen. Weiß man die Zeit, die man zum Beispiel mit dem Sekundenzeiger stoppen kann und die Streckenlänge, dreht man diese Ringe so, dass sie übereinander angeordnet sind. Mithilfe der Tachymeterskala lässt sich dann ganz einfach die Geschwindigkeit ablesen. Eine Uhr mit Tachymeter sollte deshalb auch eine Funktion zum Anhalten des Sekundenzeigers besitzen.

Natürlich bieten sich auf den ersten Blick mehrere Funktionsbereiche eines solch nützlichen Werkzeugs an. Man könnte mit dem Tachymeter auf einfachste Weise die Geschwindigkeit schneller Objekte wie zum Beispiel eines fahrenden Autos oder eines Sprinters messen. Auch auf Schiffen spielen Tachymeter eine Rolle hinsichtlich der Geschwindigkeitsmessung. Das ist in der heutigen Zeit allerdings uninteressant, wenn man bedenkt, dass es andere Mittel wie der Lasertechnik oder in den Objekten verbaute Messfunktionen wie dem Tachometer gibt. Um den tatsächlichen Zweck eines Tachymeters zu finden, muss man in die Vergangenheit schauen. Vor allem mit der Industrialisierung Europas wurde die Zeit und vor allem die Geschwindigkeit wichtiger. Arbeitsabläufe mussten organisiert und rationalisiert werden. Ein Tachymeter auf der Armbanduhr war deshalb vor allem für die Organisatoren der Fabriken und ihren jeweiligen Abläufen wichtig. Auf diese Weise war es einfach die Geschwindigkeit eines Fließbandes und der daran arbeitenden Angestellten zu messen. Auch bei Sportwettkämpfen konnte ein Tachymeter genutzt werden, wenn man zum Beispiel Sprintwettkämpfe stoppen wollte und keine extra Stoppuhr anschaffte, die man nur zu diesem Zweck hätte nutzen können.

Heute erscheint ein solches Instrument in den Zeiten der digitalen Revolution als Relikt einer vergangenen Epoche. Trotzdem finden Armbanduhren mit Tachymetern immer größeren Absatz. Das liegt vor allem an der neu aufkommenden Wertschätzung von klassischem Design und den vorhandenen Funktionen, die diese Armbanduhren noch immer haben. Findet die Tachymeterskala vor allem bei Chronographen, die bei Abenteuerurlaubern benutzt werden eine große Anhängerschaft, ist diese Art des traditionellen Reisens auch für den Durchschnitt der Bevölkerung interessant geworden. Bei dieser Zielgruppe findet daher die zurückhaltendere Armbanduhr als einfachere und auch im Alltag verwendbare Lösung einen größeren Absatz. Der wahre Grund liegt allerdings darin, dass vor allem dem klassischen Bild einer Armbanduhr durch Attribute wie dem Tachymeter Ausdruck verliehen wird. Da klassische Armbanduhren noch immer eine Wertanlage darstellen und gleichbleibendes Ansehen besitzen, sind diese Uhren besonders gefragt. Die Wertschätzung innerhalb der Bevölkerung bewegt sich mehr und mehr zu vergangenen Mustern, wie dem Handwerk oder der Herstellung des Einzelstückes zurück. Uhren, die ihre Funktionsweisen offenbaren und das Handwerk dahinter zeigen, folgen deshalb genau diesem Trend.

Dieses klassische Bild entsteht vor allem durch die Luxusuhren, die als Vorbilder der gesamten Branche gelten. So sind berühmten Uhren wie die "Breitling Navitimer 1" oder die "Rolex Daytona" mit Tachymetern ausgestattet. Das so vermittelte Bild wird zwar in den letzten Jahren durch neue Modelle, die ohne Tachymeter auskommen, aufgebrochen, trotzdem bleibt es das solide Fundament jeder klassischen Uhr.

Die Palette der Armbanduhren mit Tachymetern ist deshalb breit aufgestellt und reicht über das gesamte Preisspektrum. Hersteller dieser Uhren im billigeren Preissegment sind zum Beispiel Tissot oder Zeppelin und im teureren Preissegment Breitling, Rolex oder auch Union Glashütte. Es gibt eine Vielzahl von Herstellern, die ihre ganz individuellen Umsetzungen dieses alten Prinzips der Zeitmessung in die fertige Uhr bringen und den Tachymetern eine Renaissance bescheren. Die Liebhaber dieser Uhren sollten daher nicht davor zurückschrecken sich den Paletten der Hersteller zu widmen, um die passende Version zu finden. Ein Tachymeter als Dekorationselement wird nämlich von fast jedem Hersteller individuell interpretiert.

Armbanduhren mit Tachymeter werden auch weiterhin an den Handgelenken der Menschen zu finden sein. Ihr klassisches Design und die damit einhergehende Wertschätzung zu dem Handwerk der Uhrenherstellung sind in der heutigen Zeit klare Kriterien hinsichtlich dieser Modelle. Wer sich um eine Wertanlage kümmert, findet in diesen Armbanduhren eine Vielzahl von Möglichkeiten, die sich klar von den anderen Optionen absetzen. Eine Uhr mit einem Tachymeter ist immer auch eine Darstellung und Positionierung der eigenen Person zu Tradition und Entschleunigung und gegen die Geschwindigkeit der Moderne. Sie bieten eine zeitlose Eleganz und sind das Fundament der herkömmlichen Uhrenherstellung.